FK Hansa Wittstock 1919 e.V.

Nicht nur im Fußball ein As


Katja wurde hier mit den D-Juniorinnen des MSV Neuruppin Pokalsieger 2008/2009
   Schon der 1. Trainer Horst Neumann erkannte das Talent von Katja

WITTSTOCK. Sie ist eine von vielen Nachwuchs-Fußballern, die zum Beispiel immer Donnerstags im Wittstocker Stadion in den verschiedensten Altersklassen trainieren. Eigentlich unterscheidet Katja Friedl nichts von den anderen fußballbegeisterten Kinder und Jugendlichen, vielleicht nur das sie eines der wenigen Mädchen ist, das sich durch ihre starken Leistung den Respekt ihr männlichen Mitspieler verdient hat.
Ihr Können entging auch nicht der Brandenburger Landes-Auswahltrainerin Sabine Seidel, die Katja Friedl im Januar zu einem Lehrgang der Landesauswahl U 13 eingeladen hat. Wie in vielen ihrer Mannschaften, war sie auch hier die Jüngste. „So spielt sie beim MSV bei den D-Juniorinnen, könnte aber noch für die E-Juniorinnen auflaufen“, hat ihr Vater Olaf Friedl sofort ein Beispiel dafür parat.
Schon seit sechs Jahren streift sich die nun elfjährige Katja Friedl das Hansa-Trikot über. Als Vierjährige wurde sie von ihrem Bruder Markus vom „Virus Fußball“ angesteckt, sicher auch nicht ganz unschuldig ihr Vater, der seit Jahren Wittstocker Nachwuchsteam betreut. „Sie hat bei den Bambinis angefangen, schnell Fortschritt gemacht und bald schon als Jüngste bei den F-Junioren mitgespielt“, erinnert er sich.
Schon ihrem ersten Trainer, Horst Neumann fiel ihre Ballgefühl, ihr Wille und ihr Trainingsfleiß auf. Dies hat sich über die Jahre fortgesetzt, auch als sie Stammspielerin bei ihrem Vater bei den F-Junioren war. Jetzt als E-Juniorin ist Manfred Bloch, der Mann, der das sagen beim Training und beim Spiel hat. „Katja ist ehrlich, zuverlässig, sehr laufstark und wird technisch immer besser“, hat er noch lobende Worte für seine Mittelfeldspielerin über. „Es macht eben Spaß“, sagt die nur im Gespräch etwas schüchtern wirkende Fußballerin, die nicht nur dreimal in der Woche (zweimal bei Hansa, einmal MSV) trainiert, sondern auch noch Sonderschichten im Jonglieren und Torschuss einlegt. „Im Spiel ist sie die Lenkerin und Denkerin, gibt keinen Ball verloren, scheut keinen Zweikampf“, erklärt Bloch. Durch ihre Leistungen hätte sie sich den Respekt und die Anerkennung ihrer Mitspieler erspielt.
2008 bei einer Sichtung zur Territorialauswahl fiel ihr fußballerisches Können auch den Landestrainern ins Auge und hatte nun die Einladung zum Lehrgang der Landesauswahl zur Folge. „Sabine Seidel hat sogar schon angefragt, ob sie nicht zur Sportschule möchte“, sagt ein stolzer Vater. Doch dies sei noch zu früh und dann sei es auch eine Entscheidung seiner Tochter. Der hat das Training bei der Auswahl sehr gut gefallen. „Es war schärfer, härter. Wir haben viel Passspiel, Kombinationen aber auch Krafttraining gehabt“, berichtete sie.
Bei der jungen Wittstockerin dreht sich zwar viel, aber nicht alles um den Fußball. Sie spielt sehr gern Klavier, hat da auch Unterricht und ist eine gute Schülerin. „Das weiß sie, erst Schule dann Fußball oder Klavier“, sagt Vater Olaf. Der würde sich freuen, wenn die fußballerische Entwicklung bei seiner Tochter so weiter ginge, „doch das muss sie selbst entscheiden.“ Ihr Trainer Manfred Bloch ist sich da schon sicher: „Sie ist ehrgeizig und für ihr Alter sehr weit. Sie hat Spaß am Fußball und sollte sie wirklich nach Potsdam zur Sportschule wechseln, setzt sie sich auch da durch“, hat er keine Bedenken das Katja Friedl ihren Weg geht. Da klingt sie selbst nicht ganz so sicher: „Mein Kopfballspiel muss ich noch verbessern, noch mehr mit den Ball trainieren, um meine Schusstechnik zu verbessern“, hat sich der junge Bayern-Fan erst einmal kleine Ziele gesetzt.

Roland Möller